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Häufige Fragen

zum Thema Trichterbrust, Operationen, Risiken, Erfolgsaussichten

Welche Voraussetzungen sollte eine Klinik besitzen?

Brustwandkorrekturen mit Hebung der Brustwand sollten nur in Kliniken mit umfangreichen Erfahrungen - möglichst mit verschiedenen Behandlungsmethoden - und hoher Operationsfrequenz und entsprechender Routine des Operateurs durchgeführt werden. Nur dann ist der Eingriff relativ gefahrlos und kann eine hohe Erfolgssicherheit zugesagt werden.

Zu den Voraussetzungen gehören auch Erfahrungen mit der Vor- und Nachbehandlung, geschulte Krankengymnasten und Pflegepersonal sowie die Verfügbarkeit einer Intensivstation im Notfall.

Im Hinblick auf seltene, aber mögliche Komplikationen wie Herzverletzungen insbesondere bei "minimal invasiven" Eingriffen (NUSS-Methode) sollte der Eingriff nur in einer Klinik durchgeführt werden, in der auch die Möglichkeit zur offenen Herz- und Lungenchirurgie besteht.

Wie viele Operationen werden bei Ihnen jährlich durchgeführt?

In Erlangen wurden bisher insgesamt mehr als 6000 Brustwandkorrekturen durchgeführt. Im Jahre 2002 waren es 101 große Brustwandkorrekturoperationen, im Jahre 2003 waren es 117. Hinzu kommt etwa die gleiche Anzahl kleinerer Operationen an der Brustwand, wie z.B. Metallbügelentfernungen oder oberflächliche Knorpel- bzw. Knochenglättungen.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wann ist die Behandlung erforderlich?

Welche Risiken bestehen bei einer Behandlung?

In spezialisierten Kliniken handelt es sich bei der Brustwandkorrektur im allgemeinen um einen risikoarmen Routineeingriff. Trotz größter Sorgfalt können dennoch bei allen Methoden vereinzelt Komplikationen auftreten, die eine weitere Behandlung erfordern. Zu nennen sind insbesondere:

Verletzungen der Brustorgane (z.B. Herz, Lungen) und der großen Blutgefäße. Sie kommen bei konventioneller Technik so gut wie nie vor. Erhöht ist das Risiko bei ausgedehnten Verwachsungen (z.B. nach Herz-Operation oder bei Rezidiv-Eingriffen) sowie bei "minimal invasiven" Eingriffen ohne einer direkten Freilegung des Brustbeins.

Nervenverletzungen, anhaltende Nervenschmerzen: Wundschmerzen sollten höchstens einige Tage nach der Operation bestehen. Bei der Operation werden feine Nervenäste durchtrennt; Folge ist in der Regel ein langanhaltendes oder bleibendes Taubheitsgefühl bzw. herabgesetzte Schmerz- und Berührungsempfindlichkeit in der Umgebung der Operations-Narbe, selten als störend empfunden. Vereinzelt werden anhaltende Nervenschmerzen bei Schädigung eines Zwischenrippen-Nervs (Interkostalneuralgie) oder durch Druck einer Metallplatte beobachtet. Erhöht ist dieses Risiko nach minimal-invasiver Korrektur. Bei Erwachsenen ist der Schmerzmittelbedarf höher als bei Kindern; 10% der Erwachsenen benötigen Schmerzmittel auch noch einige Wochen nach Klinikentlassung.

Knochenhautentzündung (Periostitis): Sehr selten kommt es durch mechanische Reizung - z.B. Reiben einer Metallplatte - an der Knochen- oder Knorpelhaut einer Rippe zu Flüssigkeitsergüssen, Schmerzen, Absterben eines Rippenstückes oder Neubildung von Bindegewebe/Knochen.

Druckschäden an Nerven und Weichteilen infolge der bei der Operation erforderlichen Lagerung (sehr selten). Sie bilden sich meist innerhalb weniger Wochen zurück und hinterlassen nur selten anhaltende Beschwerden (z.B. Missempfindungen, Lähmungserscheinungen) oder kosmetisch/funktionell störende Narben. Das gilt auch für Hautschäden durch Desinfektionsmittel und/oder elektrischen Strom.

Hautknistern und Schulterschmerzen erfordern meist keine besondere Behandlung und verschwinden nach wenigen Tagen von selbst.

Rücken- und Muskelschmerzen in den Wochen nach der Operation sind meist durch Verspannungen und ungewohnte Rückenlage bedingt; sie erfordern Lockerungsübungen und Gymnastik.

Stärkere Blutungen bei oder in den ersten Tagen nach dem Eingriff; eine Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen kann selten erforderlich werden. Dabei kann es äußerst selten zur Übertragung von Krankheitserregern (z.B. Hepatitis-Viren/Leberentzündung; oder HIV/Spätfolge AIDS) kommen.

Blut- oder Flüssigkeitsergüsse im Rippenfellraum können sich Tage, selten Wochen nach der Operation zeigen und Punktionen oder das Einlegen einer Saugdrainage erfordern.

Pneumothorax: Falls nach der Operation Luft in den Rippenfellraum eindringt und die Lunge verdrängt, kann nachträglich das Legen einer Saugdrainage erforderlich sein.

Verzögerte Wundheilung, Narben: Absterbende Wundränder, schlecht durchblutete Weichteile und/oder Krankheitserreger können die Heilung erheblich (Tage bis Wochen) verzögern. Falls dabei kosmetisch oder funktionell störende Narben entstehen, ist später meist eine Korrektur erforderlich. Selten - insbesondere bei Verwendung von Implantaten - können auch Abszesse und hartnäckig nässende Fisteln entstehen, die oft erst abheilen, wenn das Implantat entfernt wird.

Überschießende Narbenwucherungen (Keloide), insbesondere bei entsprechender Veranlagung. Die Behandlung ist sehr langwierig, das Ergebnis dann oft unbefriedigend.

Mediastinitis: Vereinzelt kam es in früheren Jahren zu gefährlichen Infektionen hinter dem Brustbein (Mediastinitis), wobei Drainagen, Antibiotika und intensivmedizinische Behandlung erforderlich wurden. Seit vielen Jahren wurde diese Komplikation nicht mehr gesehen.

Nebenwirkungen von Fremdmaterial: Fragen Sie insbesondere bei kosmetischen Korrekturen, ob und welches Material (z.B. Silikon) eingepflanzt werden soll und welche Nebenwirkungen (z.B. Krebsbildung?) und Langzeitfolgen (z.B. Verschiebung des Implantats) bekannt sind!

Metall-Allergien können zu Reizergüssen führen. Sie könnten zur vorzeitigen Entfernung des Metalls zwingen. Bei bekannten Nickel-Allergien verwendet man nickelfreie Legierungen wie z.B. Titan.

Ausreißen/Abbrechen von eingepflanztem Material (z.B. Fäden, Metalle): Dieses seltene Ereignis kann bei zu früher und zu starker körperlicher Belastung (z.B. Sturz, Aufprall, Sportunfall, Kraftmaschine) vorkommen und zur erneuten Verformung der Brustwand führen.

Haut- und Weichteilschäden durch Einspritzungen (Spritzenabszess, Absterben von Gewebe, Nerven- und Venenreizungen): Diese seltene Komplikation kann langdauernde Beschwerden (Narben, Schmerzen, funktionelle Behinderung) zur Folge haben.

Falschgelenke (Pseudarthrosen): Wenn Rippen durchtrennt wurden und die Heilung gestört ist, können Defekte und gelenkartige Verbindungen entstehen, die nicht ausreichend stabil sind. Sie können Schmerzen verursachen und/oder erneute Verformungen (Rezidiv) begünstigen.

Rezidiv: Das Wiederauftreten einer Brustkorbverformung - Monate oder Jahre später - lässt sich durch keine Methode mit absoluter Sicherheit vermeiden.

Wann zahlt meine Krankenkasse eine Operation?

In Deutschland nur, wenn eine sogenannte medizinische Indikation vorliegt. Die "kosmetische" Indikation wird nicht anerkannt.

Welche Voruntersuchungen sind notwendig?

Lungenfunktionsprüfung und Belastungs EKG/Ergometrie. Ferner die üblichen internistischen Untersuchungen zur Prüfung der OP-Fähigkeit.

Ist eine Bluttransfusion notwendig?

Eine Bluttransfusion ist (abhängig von der Methode) insgesamt sehr selten erforderlich.

Wie lange muss ich nach einer Operation warten, bis ich wieder Sport treiben kann?

Dies ist abhängig von der Methode. I.d.R. sollte Konditionstraining sofort, volle körperliche Belastbarkeit bei Kindern nach 6-8 Wochen, bei Erwachsenen nach 12 Wochen möglich sein.

In welchem Alter ist eine Operation sinnvoll?

Nur in Ausnahmefällen (bei schwerem Befund und nachweisbarer Beeinträchtigung der Brustorgane) schon im Kindesalter; sonst besser nach der Pubertät. Erwachsene können nach dem Erlanger Verfahren ohne zeitliche Begrenzung operiert werden, falls keine allgemeinen gesundheitlichen Kontraindikationen (z.B. koronare Herzkrankheit) bestehen.

Sind Wiederholungseingriffe notwendig?

Das Risiko des Rezidivs ist abhängig von der Methode. Die "Rezidivrate" bei Langzeitbeobachtungen (über 5 Jahre) sollte nicht über 2% liegen.

Wie sind die Erfolgsaussichten bei der Brustwandkorrektur?

Abhängig von der Methode und von der konsequenten Nachbehandlung (Einhaltung von Schonzeiten, Vermeidung inadäquater Frühbelastung).

Bei der Erlanger Methode müssen 1-2% der operierten Patienten damit rechnen, dass die gehobene Brustwand später wieder zurücksinkt und eine zweite Operation erforderlich wird.

Bei anderen Verfahren werden z.T. über 20% und mehr Rezidive berichtet.